Jeder hat sie schon mal gesehen, manche wissen, was sie bewirken, und noch weniger wissen, wieso man sie als “Canards” (zu gut deutsch: Entenflügel”) bezeichnet.Es geht um diese kleinen Flügel an der Fahrzeugfront bzw. -seite:

Der Name kommt daher, dass sie in der Regel in ihrer Form der eines Entenflügels entsprechen. Stark vereinfacht ist das eine leicht gekrümmtes spitzes Dreieck (breiter zur Fahrzeugfront).

 

Canards werden mancherorts auch Flaps genannt, wobei dieser Begriff eher allgemeinernd zu verstehen ist, da alle kleineren Flügel am Fahrzeug als Flaps bezeichnet werden (können). Bei einem Flap handelt es sich schlichtweg um eine “Platte”.

Wozu also dienen diese Canards/Flaps:
Es wäre anzunehmen, dass sie durch die Krümmung schlichtweg Downforce erzeugen, das ist allerdings nur teilweise richtig. Sicherlich wird zu einem kleinen Teil (bei guter Bauform – dazu unten mehr) auch Downforce nur durch die Canards erzeugt, aber ihr wesentlicher Nutzen liegt darin einen Luftwirbel zu erzeugen, der je nach Fahrzeug durch eine Sogwirkung den Unterbodeneffekt verstärken soll, oder die Luftzufuhr zu den seitlichen Kühlereinlässen verbessert – dafür muss das Fahrzeug natürlich entsprechende Einlässe besitzen und die Canards müssen für diese Verwendung ausgelegt werden.

Wie funktioniert ein Canard genau:
Dazu stellt man sich einen Luftstrom vor, der von vorne auf die Fahrzeugfront trifft. Er gleitet teilweise seitlich daran vorbei und trifft dort vorm Radkasten auf ein Canard, also eine gekrümmte und geneigte Platte. An dieser wird der Luftstrom nach oben abgelenkt. Der Raum hinter oder unter dem Canard wird von seitlich eintretender Luft gefüllt (denn hier kommt die Luft von vorne ja nicht hin). Wenn nun das Ende des Canards erreicht ist, muss sich der Überdruck von der Oberseite wieder abbauen. Dazu entweicht er nach unten und erzeugt somit einen Wirbel an der Fahrzeugseite.

Wie wird die Wirkung verstärkt:
Um den Unterbodeneffekt und die damit verbundene Auslegung eines Canards zu verstärken, kann man z.B. mehrere Canards pro Seite verbauen. Das sorgt dafür, dass die Luft geregelter in den Up-Lift gezwungen wird und man einen breiteren und somit stärkeren Luftstrom erzeugen kann. Dies ist insbesondere nützlich, wenn man bedenkt, dass hinter den Canards der Radkasten liegt – eine der unberechenbarsten und aerodynamisch schlechtesten Stellen am Fahrzeug.
Eine weitere Lösung besteht darin seitliche Leitplatten zu befestigen. Dies sorgt dafür, dass die Luft nicht seitlich vom Canard gleiten kann und der Überdruck auf der Oberseite steigt.
Ausserdem ist es möglich durch eine geschickte Form der Schweller oder eine Unterbodenplatte, die seitlich übersteht (oft auch als “seitliches Schwert” bezeichnet), die Unterbodenentlüftung zu verbessern.

Extreme und alternative Bauformen:
Ein wohl schon einigen Leuten bekanntes Beispiel wäre hier der Acura LMP, der ein sogar für Prototypen-Fahrzeuge recht neues Konzept vorweist. Er kanalisiert bereits vor Aufprall auf die Front des Fahrzeugs die Luft gezielt in die Canards und leitet sie über eine annähernd spitze Form der Radkästen genau auf die Aussenseite. So wird ein kontrollierter und starker Luftwirbel erzeugt, der sich eines Großteils der von vorne auf das Fahrzeug prallenden Luft bedient und zugleich verhindert, dass selbige nach oben über die Radkästen “entwischt”.
Alternativ zur Unterbodenentlüftung besteht natürlich auch die Möglichkeit zusätzliche echte Flügel anzubringen. Hier muss man allerdings nicht nur auf die typische Flügelform achten, sondern auch darauf, dass durch die Form der Fahrzeugfront (diese verläuft ja meist bis zum Vorderrad konisch) an der Flügelunterseite kein Überdruck entsteht, denn sonst ist die Wirkung schnell dahin.

Was wird am Skyline umgesetzt:
Da der Skyline effektiv mit einem Unterbodeneffekt arbeiten wird, verbauen wir an der Front keine echten Flügel. Es werden allerdings mindestens 2 Canards pro Seite installiert, die sowohl mit seitlichen Leitplatten ausgestattet sind als auch einem speziellen Luftleitsystem. Ausserdem wird der Unterbodeneffekt zusätzlich durch eine Art seitlich überstehende Unterbodenplatte verstärkt.

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